Tatacoawüste
Samstag, 23. September
In unserer Woche Urlaub in Kolumbien reisten wir erst in den Norden Kolumbiens, besuchten dort viele spannende Orte und nach einigen Tagen brachen wir auf an den nächsten Ort der Reise: in die Stadt Neiva, die im Süden Kolumbiens liegt.
Obwohl Neiva vom Norden Kolumbiens, wo wir uns gerade aufhielten, nicht gerade einfach zu erreichen war und auch nicht in der Nähe unserer Home-Base Medellín lag, hatten wir uns entschieden die Region um die Stadt Neiva zu besuchen, um die berühmte Tatacoa-Wüste anzuschauen. Die Wüste befindet sich ca. 40 km von Neiva entfernt und ist ein in Kolumbien einzigartiger Ort. Da es in Kolumbien sehr viel Regenwald und tropisches Klima gibt, konnten wir uns kaum vorstellen, dass in diesem grünen Land tatsächlich auch eine Wüste liegen sollte.
Wir mieteten uns eine wunderschöne, kleine Hütte wenige Kilometer von der Stadt Neiva entfernt und planten einige Tage dort zu bleiben, die Ruhe der Wüste zu genießen und natürlich auch eine Tagesexkursion in die Wüste zu unternehmen. Angekommen in unserer kleinen Hütte, waren wir begeistert von der Stille, der kargen Natur um uns herum und der unglaublichen Aussicht von unserer Terrasse aus. Wer hätte gedacht, dass eine Landschaft aus Sand, Felsen und verschiedener, stacheliger Büsche so toll aussehen würde! Ich musste diesen Blick unbedingt festhalten und so entstand diese Illustration.
Am nächsten Tag unternahmen wir eine geführte Tour durch die Wüste, die nochmal toller war, als wir es uns vorgestellt hätten. Die Tatacoawüste besteht aus vielen unterschiedlichen Bereichen, die alle anders aussehen. Erst führte die Straße durch weite, karge Felder, wo jedoch hunderte Kakteen wuchsen, dann wurde die Landschaft allmählich felsiger und der graue Sand war plötzlich rot. Später waren die Felsen ganz weiß und hatten die Form von Gespenstern. Immer wieder stiegen wir aus dem Mototaxi aus und unser Guide Claudia erklärte uns die Umgebung. An einer Stelle machten wir einen ganzen Spaziergang durch ein besonders beeindruckendes Tal aus rostroten, zerfurchten Felsen. Auf einmal war von der Straße und der umliegenden Landschaft nichts mehr zu sehen und wir befanden uns umgeben von wunderschönen, roten Felsen. Man fühlte sich wirklich wie auf einem anderen Planeten, da außer uns an diesem Tag auch keine anderen Menschen unterwegs zu sein schienen. Wir liefen mit unserem Guide zwischen riesigen Kakteenbäumen und roten Felswänden durch die Wüste, während über uns schwarze Adler flogen. Trotz der Hitze schätzten wir uns so glücklich, einen solch besonderen Ort besuchen zu können und hatten einen super interessanten Tag mit unserem lieben Guide Claudia!